Der große Kapellenumbau von 1903 – ein Wendepunkt in Goldhausen
- Markus Bauch
- 22. Sept.
- 1 Min. Lesezeit
Die kleine Kapelle in Goldhausen war über Jahrzehnte das geistliche Herz des Dorfes. Doch um 1900 platzte sie aus allen Nähten. Die Gemeinde wuchs, die Kapelle wurde zu klein. Schon 1901 wandte sich der Kapellenvorstand mit einem Antrag auf Erweiterung an das bischöfliche Ordinariat. Ein Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Ruppach kam nicht zustande – und so fiel 1904 die Entscheidung für einen grundlegenden Umbau.

Der Entwurf des Montabaurer Zeichners Anton Brühl sah eine umfassende Neugestaltung vor: Die alte Apsis wurde abgerissen, das Hauptschiff um drei Achsen verlängert und ein neuer, dreiseitig geschlossener Chor mit Rippengewölbe angebaut. Ergänzt wurde der Bau durch eine Sakristei sowie Veränderungen am Glockenturm. Damit erhielt die Kapelle ihre heutige Gestalt – ein Gotteshaus, das den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde gerecht wurde.
Auch die Ausstattung erlebte eine Aufwertung: Bereits 1902 kam ein Pedalharmonium der Firma Klais (Bonn) nach Goldhausen. Der kunstvolle Altaraufsatz und die Kommunionsbank stammen vom Koblenzer Bildhauer Stephan Cohen, der Kreuzweg wurde 1907 vom Künstler Friedrich Rauch geschaffen und durch Spenden finanziert.
Eine offizielle Niederschrift zur Einweihung ist nicht überliefert, doch eine Zeitzeugin berichtete, dass diese im Jahr 1905 stattfand. Seitdem prägt dieser Umbau die Kapelle – im Inneren wie im Äußeren. Bis heute sind die damaligen Gestaltungen an den Wänden und in der Architektur sichtbar.
Der Umbau von 1903/1904 war ein Wendepunkt: Aus einer schlichten Dorfkapelle wurde ein Kirchenbau, der die Dorfgemeinschaft bis heute prägt und trägt.



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