1904: Ein Bauplan für Goldhausen. Und die Welt dreht sich weiter.
Zur gleichen Zeit · 21. Oktober 2026
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Am 4. Juni 1904 sitzt in Montabaur ein Zeichner namens Anton Brühl über seinen Blättern. Er zeichnet Querschnitte, Balken, ein Rippengewölbe. Dann unterschreibt er. Gez. A. Brühl, Montabaur, 4/6 04. Die Kapelle in Goldhausen soll größer werden.
Im Dorf. Auf dem Gebiet des heutigen Ruppach-Goldhausen leben 1905 genau 569 Menschen. Wer sonntags zur Messe will, läuft bis nach Meudt, rund fünf Kilometer. In Ruppach wird gerade eine große neue Kirche gebaut. Eine gemeinsame Lösung mit Goldhausen kam nicht zustande. Also baut Goldhausen selbst.
In Deutschland. Es regiert Kaiser Wilhelm II. In der Kolonie Deutsch-Südwestafrika beginnt im Januar der Krieg gegen die Herero, später auch gegen die Nama. Was dort geschieht, erkennt die Bundesrepublik 2021 als Völkermord an.
In Europa. Im Februar wird in Mailand Puccinis Oper „Madama Butterfly“ uraufgeführt. Am Abend der Premiere fällt sie durch, heute gehört sie zu den meistgespielten Opern der Welt. Im April schließen Frankreich und Großbritannien die Entente cordiale.
In der Welt. Im Februar beginnt der Russisch-Japanische Krieg. In St. Louis finden die ersten Olympischen Spiele auf amerikanischem Boden statt. Im Oktober fährt in New York die erste U-Bahn.
Und in Goldhausen? Da geht es um eine dritte Fensterachse und einen Chor mit Rippengewölbe. Um ein paar Meter mehr Platz. Es klingt klein neben all dem. Aber vielleicht ist es das gar nicht. Während die Welt laut wird, baut ein Dorf einen Raum, in dem man leise sein kann. Er steht bis heute.
Quellen: Pläne von Anton Brühl, 1904 (Vereinsunterlagen); Einwohnerzahl 1905 nach Wikipedia; allgemeine Geschichtsdaten.
Text: Kapellenverein Ruppach-Goldhausen, mit KI-Unterstützung.
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