Geschichte
Gebaut, erweitert, gerettet. Immer von denselben Leuten:
denen aus dem Dorf.

Gebaut, erweitert, gerettet. Immer von denselben Leuten:
denen aus dem Dorf.
Bruchstein, Kalkputz, ein Rippengewölbe. Gebaut und erhalten von den Menschen im Dorf.

Im Chor spannt sich seit dem Umbau von 1904/05 ein Rippengewölbe. Im Schiff ist es anders. Die bemalte Decke dort ist nicht flach: Sie steigt schräg in den Dachraum hinein, wie ein kleines Dach im Dach. Quer durch den Raum spannt sich eine eiserne Stange von Wand zu Wand.
Darüber greifen mehrere Konstruktionen ineinander. Oben am First trägt ein stehender Stuhl, also senkrechte Pfosten unter den Balken. Weiter unten geht er in einen liegenden Stuhl über, dessen Hölzer schräg in der Dachneigung liegen. Gestützt wird das Ganze von einem Sprengwerk: schräge Streben, die die Last zu den Mauern leiten, ohne Pfosten im Raum.
Der Bauplan von 1904 zeigt an der Mauerkrone noch einen durchgehenden Holzbalken. Heute hängt dort die Eisenstange. Sie hält die Mauern zusammen, ohne den Raum zu versperren, und so konnte die Decke höher werden.
Unsere Denkmal-Spezialistin vermutet: Die Konstruktion wurde gewählt, damit innen Platz für eine Decke blieb, auf der man malen konnte. Wann die Stange eingebaut wurde, wissen wir noch nicht.
Weißt du mehr über die Decke?Der Plan, vermutlich von 1887, liegt im selben Maßstab über dem Foto von heute. Zieh den Regler und sieh, was geblieben ist.



„Manche Räume muss man nicht verstehen. Man muss nur eine Weile darin sitzen.“
Tippe auf die Punkte.
Der DachreiterDer kleine Turm sitzt auf dem Dach und wurde mehrmals umgebaut. 1827 nennt ein Inventar eine Glocke von 50 Pfund. Ob es dieselbe ist, die heute hängt, und wer sie gegossen hat, wissen wir noch nicht.
Weißt du mehr? Erzähl es unsWo sie gewachsen ist1887 und 1904/05 wurde die Kapelle vergrößert. Baufugen, andere Steine und andere Fugen am dritten Fenster zeigen bis heute, wo sie gewachsen ist.
Kapitel III: Der große UmbauBruchsteinIn der Denkmalliste von Rheinland-Pfalz steht die Kapelle als „Bruchsteinsaal, Ende des 19. Jahrhunderts“.
Steht sie unter Denkmalschutz?
Der AltaraufsatzEr stammt vom Koblenzer Bildhauer Stephan Cohen, wie auch die Kommunionbank.
Kapitel IV: Wer hat das gemacht?Die BleiglasfensterDer Wiesbadener Glasmaler Albert Zentner hat sie geschaffen. 1958 wurde an ihnen gearbeitet.
Kapitel IV: Wer hat das gemacht?Das RippengewölbeDer Chor mit seinem Rippengewölbe entstand beim großen Umbau, nach Plänen des Montabaurer Zeichners Anton Brühl.
Kapitel III: Der große UmbauDie FigurSie zeigt Jesus, der auf sein Herz weist. Wer sie geschaffen hat und seit wann sie hier steht, wissen wir noch nicht.
Weißt du mehr? Erzähl es unsDie MalereienBänder an den Wänden, Ranken im Gewölbe. Restauratoren haben im Jahr 2000 die alten Farbschichten untersucht. Was man heute sieht, geht im Wesentlichen auf den Umbau von 1905 zurück.
Kapitel IV: Wer hat das gemacht?Was wir sicher wissen, steht hier. Wo noch etwas fehlt, fragen wir dich.

Was hat eine kleine Dorfkapelle mit Mozart, Beethoven und Einstein zu tun? Zweihundertvierzig Jahre Kapelle Goldhausen in viereinhalb Minuten.
Gesprochen von einer künstlichen Stimme. Die Fakten stammen aus den Unterlagen des Kapellenvereins und den Bauplänen von 1904.
Pia Mais ist Architektin und kennt die Pläne, Umbauten und Akten der Kapelle Goldhausen wie kaum jemand sonst. Sie berät den Vorstand des Kapellenvereins Ruppach-Goldhausen e. V. in allen Fragen zur Geschichte.
Wenn du etwas wissen willst, frag sie. Sie antwortet gern, die Mauern sind da eher schweigsam.
Jede Folge beginnt mit etwas, das jemand erinnert hat. Erzähl uns deine Geschichte von der Kapelle, schick ein altes Foto oder sag uns, worüber wir als Nächstes sprechen sollen.
Alle Wege zum MitmachenDie Autos sind andere, die Bäume größer. Die Kapelle steht, wo sie immer stand.
Hast du alte Fotos von der Kapelle, vom Sonnenhof oder vom Dorf? Wir sammeln sie für ein Bilderarchiv.


Lucie vom SonnenhofNach dem Gottesdienst ging man in den Sonnenhof, gleich neben der Kapelle. Lucie Kurtenacker hat den Kapellenverein mitgegründet.
Das alte SchulhausDirekt neben der Kapelle wird die Schule gebaut. Eine Postkarte von 1903 zeigt beide nebeneinander.
Pater Richard HenkesIn Ruppach geboren. Im KZ Dachau pflegte er freiwillig Typhuskranke und starb 1945. 2019 wurde er seliggesprochen.
Wieder Kapellenfest9. August 2026, nach zehn Jahren Pause. Rund 300 Gäste kamen.

Jede Generation hat die Kapelle ein Stück weitergetragen. Jetzt sind wir dran.


Die Tür ist schwer. Dahinter wird es still.

Ihre Geschichte in zwölf Kapiteln.