Der Westerwälder Kulturpreis 2026 geht an den Kapellenverein Ruppach-Goldhausen
- 27. Juli
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Pure Freude. Der Vorstand des Kapellenvereins Ruppach-Goldhausen in Feierlaune.
Auszeichnung für gelebtes Ehrenamt
Es ist eine Entscheidung mit Signalwirkung für die gesamte Region: Der mit 4.000 Euro dotierte Westerwälder Kulturpreis 2026 geht an den Kapellenverein Ruppach-Goldhausen e.V. Die seit 2014 im zweijährigen Rhythmus von den regionalen Lions Clubs und Rotary Clubs vergebene Auszeichnung bringt auf den Punkt, was in Goldhausen seit Jahren vorgelebt wird: Wie aus einem historischen, vom Leerstand bedrohten Kleinod ein lebendiger Kulturknotenpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft entsteht.
Vom sakralen Gebetsraum zum kulturellen Treffpunkt

Die St. Johannes Baptista Kapelle steht nicht isoliert in der Landschaft. Ihre Entstehung im Jahr 1904 – maßgeblich finanziert aus Spenden und errichtet in Eigenleistung der dorfeigenen Bevölkerung – war eng mit der harten Arbeitswelt der Westerwälder Bergleute und Landwirte verknüpft. Sie war über Jahrzehnte hinweg der soziale und religiöse Anker im Dorf. Doch der gesellschaftliche Wandel machte auch vor Goldhausen nicht halt. Als die Kapelle durch geänderte Pfarrstrukturen ihre Funktion für regelmäßige Sonntagsmessen verlor, drohte das Schicksal vieler ländlicher Sakralbauten: die funktionale Bedeutungslosigkeit und der schleichende Verfall der Bausubstanz.
Bürgerengagement als Schlüssel zur Transformation
Dass das Gebäude heute nicht als verschlossenes Denkmal am Straßenrand steht, ist der Gründung und dem unermüdlichen Einsatz des Kapellenvereins Ruppach-Goldhausen zu verdanken. Ohne große kirchliche oder kommunale Etats sicherten die Bürgerinnen und Bürger in Eigenregie die Bausubstanz und erarbeiteten ein zeitgemäßes Nutzungskonzept.
Der historische Raum öffnete sich für neue Formen der Begegnung:
Kulturelle Bandbreite: Konzerte, Lesungen und Vorträge finden in dem besonderen Rahmen der Kapelle eine einzigartige Akustik und Atmosphäre.
Sozialer Anker: Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wie z.B. das traditionelle Kapellenfest bringen Generationen zusammen.
Offenes Denkmal: An den Wochenenden (samstags und sonntags von 10:00 bis 19:00 Uhr) bleibt die Kapelle für Anwohner und Besucher als Raum der Einkehr zugänglich.
Die Juryentscheidung war denkbar knapp
Die Jury – zusammengesetzt aus Vertretern der beteiligten Service-Clubs (Lions Clubs Altenkirchen, Bad Marienberg, Montabaur-Hachenburg und Westerwald sowie Rotary Clubs Montabaur und Westerwald) sowie externen Kulturexperten – zeichnet mit dem Hauptpreis bewusst die kontinuierliche Arbeit an der Basis aus. Es war eine Entscheidung um Haaresbreite: Der Wettbewerb war in diesem Jahr außerordentlich eng. Der Kapellenverein gratuliert allen Teilnehmern sowie den weiteren Preisträgern von Herzen. Wir alle geben unser Bestes im Rahmen des gelebten Ehrenamtes – für das soziale Miteinander an Orten, die für uns alle von unschätzbarem Wert sind.
In einer Zeit, in der Ehrenamt und Denkmalpflege vor immer größeren Herausforderungen stehen, zeigt das Beispiel Goldhausen, wie nachhaltige Kulturarbeit im ländlichen Raum gelingen kann. Der Gewinn des Kulturpreises ist daher weit mehr als eine finanzielle Unterstützung für künftige Projekte: Er ist die offizielle Anerkennung für Jahrzehnte gelebter Verantwortung, handwerklicher Eigenleistung und unermüdlicher Organisationsarbeit im Sinne der Dorfgemeinschaft.
Feierlicher Rahmen im Oktober
Die feierliche Übergabe des Westerwälder Kulturpreises 2026 findet am 24. Oktober 2026 um 20:00 Uhr im KulturSalon der Stadthalle Altenkirchen statt. Das Rahmenprogramm gestaltet der Kabarettist und Chansonnier Jo van Nelsen mit seinem Programm „Ein Panther in Berlin – Kurt Tucholsky und der Sound der 20er Jahre“. Ein Abend, der den gebührenden Rahmen bietet, um den Erfolg der Goldhäuser Bürgerinnen und Bürger regional zu würdigen.




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